Das Lehrmittel Jeled ist 1992 vom Niederländischen Israelitischen Gemeindebund in Auftrag gegeben worden und wird seither von der Autorin Henny van Het Hooft ständig weiter entwickelt. Jeled ist spiralförmig aufgebaut, d.h. zu jedem Feiertag ist für jedes Schuljahr ein Arbeitsheft vorhanden. So können Wissen und Bezug zu den Feiertagen über sechs Jahre hinweg kontinuierlich und altersadäquat aufgebaut werden. Das Lehrmittel ist für den Religionsunterricht konzipiert, für jeden Feiertag sind ca. 3-6 Lektionen vorgesehen. Das Material kann jedoch auch ohne Lehrperson verwendet werden, z.B. im Rahmen von Familien, die keine Möglichkeit haben, ihre Kinder zu einem regelmässigen Unterricht zu schicken.
Übersicht der Lehrpläne (Alef, Bet, Gimmel, Dalet, Hei, Waw)
Lehrplan Alef
Auf der Stufe Alef(6-7Jährige) liegt das Schwergewicht beim Erkennen von jüdischen Symbolen. Was gehört zu welchem Fest? Was machen wir damit, was für ein Geräusch macht es, wie schmeckt es? Viel Aufmerksamkeit gilt jüdischen Kinderliedern. Die Aufgaben sind spielerisch: Eine Synagoge in Form eines Guckkastens basteln, aus einem Modellbogen eine Sederschüssel zusammensetzen oder anhand eines Buches zum Mitmachen durch Israel reisen. In der ersten Hälfte des Jahres verstehen sich die Aufgaben von selber, ab Tu Bischwat stehen einfache Texte dabei, da die Kinder dann schon selber lesen können.
Lehrplan Bet
Auf der Stufe Bet (7-8Jährige) geht es um die Vertiefung der Symbole, die zu den verschiedenen Festtagen gehören. Auch Mizwot und Minhagim werden berücksichtigt. Damit die Kinder verstehen, dass das Judentum nicht allein aus Synagoge und Festtagen besteht, liegt der Nachdruck auf den Mizwot ben Adam le Chawero: Wie gehen wir mit unseren Mitmenschen um? Diese Stufe setzt voraus, dass die Kinder bereits fliessend deutsch lesen können; ab und zu erscheint im Text auch ein inzwischen bekanntes Wort in hebräischer Schrift.
Beispielseiten aus dem Chanukkaheft Bet
Lehrplan Gimmel
Auf der Stufe Gimmel (8-9Jährige) wird die bis jetzt von den Kindern erlangte Kenntnis der jüdischen Festtage erweitert. Dabei liegt der Schwerpunkt bei der Praxis. Wie macht man es? Unter anderem lernen die Kinder dieses Jahr die wichtigsten Berachot. Sie werden dazu ermuntert, sich nach einer allgemeinen Einführung so selbständig wie möglich mit den Aufgaben auseinander zu setzen. Das gilt vor allem für die Arbeitsbücher, mit denen jedes in seinem eigenen Tempo arbeiten kann.
Lehrplan Dalet
(9-10Jährige) Das Schwergewicht liegt in diesem Jahr bei der Frage, warum wir etwas tun. Die Lernenden werden dazu ermutigt, selbständig zu arbeiten. Viel Wissen wird durch Arbeitsbücher vermittelt, mit denen jedes Kind auf eigene Faust vorwärts gehen kann. Jetzt wird bereits eine gewisse Fertigkeit im Lesen von Hebräisch und die Kenntnis eines kleinen Grundwortschatzes von Siddur und Chumasch vorausgesetzt.
Lehrplan Hei
Auf der Stufe Hei (10-11Jährige) geht es hauptsächlich um "jüdische Fertigkeiten". Bekannte Ausschnitte aus dem G-ttesdienst und der Haggada werden z.B. gelernt. Es wird erklärt, warum diese Tefilot gesagt werden. Die Verbindung zwischen den Toravorschriften und der Art, wie diese in der Praxis ausgeübt werden, wird deutlich gemacht. Dabei geht es auch um die Mizwot Ben Adam le Chavero.
Beispielseiten aus dem Pessachheft Hey
Lehrplan Waw
Auf der Stufe Waw (11-12Jährige) lernen die Kinder anhand von Texten aus der Tora und anderen Quellen den Hintergrund verschiedener Mizwot kennen. Jüdische Geschichte steht in diesem Jahr an zentraler Stelle.
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