Stellungnahme des Schweizerischen Israelitschen Gemeindebundes

Es ist gewiss legitim und politisch klug, dass die Schweiz ihre Importe und ganz besonders ihre Gasversorgung diversifiziert.

Was uns weniger selbstverständlich erscheint ist, dass sie unter den verschiedenen potentiellen Lieferanten gerade Iran auswählt.

Zu einem Zeitpunkt, da die internationale Gemeinschaft beschliesst, wegen der Weiterverfolgung der Atompläne den Grad der Sanktionen gegen dieses Land zu erhöhen, sendet die Schweiz der Welt ein falsches Signal, indem sie ein Abkommen über etwa 20 Milliarden Franken mit Iran unterschreibt.

Selbst wenn unser Land die Buchstaben des UNO Beschlusses über die Sanktionen nicht verletzt, so missachtet es bestimmt dessen Sinn.

Und wer garantiert uns, dass Iran, wenn in die Enge getrieben, den Ölhahn nicht einfach schliessen wird?

Unser Land – als leidenschaftlicher Verteidiger der Menschenrechte – unterstützt somit ein Land, wo die Menschenrechte ständig und systematisch verhöhnt werden, ein Land das offiziell den Negationismus und den Antisemitismus propagiert. Die Juden der Schweiz fühlen sich dadurch direkt betroffen.

Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund ist über diese Haltung bestürzt und sehr enttäuscht, weil er sie nicht versteht.

Für weitere Information:
Prof. Dr. Alfred Donath, Präsident SIG
Mobil: 0041 (0)76 382 71 39

Genf/Zürich, 18. März 2008


Medienmitteilung Februar 2008

Das im Juli 2007 durch Papst Benedikt XVI erlassene Apostolische Schreiben "Motu Proprio Summorum Pontificum " ist in Kraft getreten .

Der SIG ist erstaunt, dieser Schrift zu entnehmen, dass in der Karfreitagsmesse die Gläubigen aufgerufen werden: "Wir wollen beten für die Juden. Dass unser Gott und Herr ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus erkennen, den Heiland aller Menschen."

Der SIG ist der Auffassung, dass sich dieser Text nicht in genügender Weise von der alten, aus dem Jahr 1962 stammenden Formulierung unterscheidet, in der von "der Verblendung" des jüdischen Volkes gesprochen wurde, das es "der Finsternis zu entreissen" gelte.

Gegenüber den Dokumenten des II. Vatikanischen Konzils, welches das Judentum in seiner messianischen Erwartung als vollwertige Religion anerkannte, ist dies ein klarer Rückschlag.

Auch wenn das Dokument "Motu Proprio" den "normalen Ritus" des Missale von 1970 nicht betrifft, beharrt es deswegen doch nicht weniger darauf, in der lateinischen Messe diesen Aufruf zur Bekehrung der Juden auch weiter zu gestatten. Der Papst buchstabiert somit, in Kontrast zu allen Errungenschaften des interreligiösen Dialogs, der seit mehr als einem halben Jahrhundert stattfindet, einen Schritt zurück.

Der SIG ist über diese Rückkehr zu einer Vorstellung, die propagiert, dass sich das Heil ausschliesslich im Schosse der Kirche finden lasse, sehr enttäuscht.

Für weitere Informationen :
Prof. Dr. Alfred Donath
Präsident des SIG
Mobil : 076 382 71 39