Fragen und Antworten zum Schächten

Schechita nennt man die entsprechend den Vorschriften der jüdischen Religion nach klaren Regeln durchgeführte Schlachtung, welche dem Tier ein Minimum an Schmerzen bereitet. Das Tier wird in eine Umlege- oder Festhaltevorrichtung verbracht. Der Schochet, ein moralisch hochstehender Mann mit entsprechenden Fähigkeiten, schneidet mit einem glatten und scharfen Messer die Weichteile des Halses durch, so dass das Tier schnell verblutet. Der Schnitt ist schmerzlos und bewirkt, dass das Tier sehr rasch das Bewusstsein verliert. Die Schechita darf daher als humane Tötungsart bezeichnet werden. Die rasche Entblutung garantiert eine gute Fleischqualität.

Über die verschiedenen Aspekte der Schechita gibt es viele umfangreiche Veröffentlichungen. Um auf häufig gestellte Fragen rasch eine zutreffende Antwort geben zu können, wurde diese Zusammenstellung gemacht. Dabei wurde bewusst darauf verzichtet, historische oder rechtliche Fakten aufzuführen. Für solche Informationen sei z.B. verwiesen auf:

P. Krauthammer: Das Schächtverbot in der Schweiz, Schulthess AG, Zürich, 2000

R. Potz/B. Schinkele/W. Wieshaider: Schächten. Religionsfreiheit und Tierschutz, Plöchl-Druck, 2001

Für weitere Informationen zu den nachstehenden Fragen siehe als Beispiel:

I. M. Levinger: Schechita im Lichte des Jahres 2000

Darf man aus jüdischer Sicht Tiere töten ?

Darf man aus jüdischer Sicht Tiere quälen ?

Der Mensch darf Tiere halten und mit ihnen arbeiten. Das Quälen von Tieren ist jedoch verboten. In der Thora finden sich viele entsprechende Vorschriften, hier nur drei Beispiele:

Welche Tiere dürfen zum Zwecke der Ernährung verwendet werden ?

Bei Säugetieren sind nur Paarzeher erlaubt, die auch Wiederkäuer sind (Schafe, Ziegen und Rinder)

Wie dürfen/müssen diese Tiere getötet werden ?

Wer darf die Schechita durchführen?

Hinweis: Zweck der Schechita ist, koscheres Fleisch zu liefern - jede Schechita soll somit ein Erfolg sein. Im Gegensatz dazu steht der Schlächter bei den anderen Schlachtmethoden im Schlachthof unter dem Druck, möglichst viele Tiere zu töten.

Gibt es Vorschriften für die Schechita ?

Wie wird das Tier für die Schechita vorbereitet ?

Wie wird die Schechita durchgeführt ?

Gibt es Vorschriften für das Schechita-Messer ?

Was geschieht beim Tier bei der Schechita ?

Ist der Schächtschnitt schmerzhaft ?

Hinweis: Ein Mensch kann sich leicht mit einem scharfen Messer schneiden, ohne dass er dabei Schmerzen erleidet. Erst der Anblick der stark blutenden Wunde oder mechanisches Reiben an den Schnitträndern führen zur Schmerzempfindung.

Leidet das Tier bei der Schechita ?

Hinweis: Aus der Gerichtsmedizin ist bekannt, dass Menschen noch einige Stunden nach dem Selbstmord mittels eines Bolzenschussapparates lebten und dass selbst die Zertrümmerung grosser Gehirnteile die Funktion des Gehirns nicht gänzlich ausschaltet.

Leidet ein Tier bei den Vorbereitungen zur Schechita ?

Weshalb ist eine Betäubung vor der Schechita nicht zulässig ?

Wie sind Betäubungsmethoden aus tierschützerischer Sicht zu beurteilen ?

Hinweis: Als Folge der Gehirnzertrümmerung kann Gehirnmasse und damit auch BSE-Erreger in den Blutkreislauf und damit ins Fleisch eingeschleppt werden. Eine latente BSE-Gefahr besteht aber grundsätzlich auch dadurch, weil es nicht üblich ist, dass Bolzenschussapparate beim Einsatz zwischen mehreren Tieren sterilisiert werden. Bei der Schechita wird jedoch das Hirngewebe nicht zerstört.

Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund / RH / Januar 2002