Jahresbericht 2007

Präsidium und Kommunikation

Im Verlauf der letzten Jahre hat der SIG unbestreitbar an Gewicht und Prestige gewonnen. Allseits wird ihm mehr Durchsetzungskraft, eine breitere Basis an Aktivitäten, eine stärkere Präsenz in Politik und Medien und ein schärferes Profil attestiert. Die immerwährenden Fragen „Was macht eigentlich der SIG?“ oder gar „Was ist eigentlich der SIG?“ kursieren nicht mehr. Heute ist der SIG Bestandteil der Schweizer Politik- und Medienlandschaft, seine Meinung wird eingeholt, seine Stellungnahmen sind gefragt, seine Unterstützung wird gesucht.

Prof. Dr. Alfred Donath

Sein Präsident ist eine Person des öffentlichen Lebens geworden; dem SIG stehen die Türen auch der höchstrangigen Bundesbehörden offen, er trifft sich regelmässig mit den Führungsspitzen der politischen Parteien und zahlreichen Parlamentariern. Man sieht ihn häufig als Mitglied von Schweizer Delegationen bei europäischen Instanzen; er ist im Kreis der höchsten religiösen Autoritäten unseres Landes vertreten. Auf internationaler Ebene hat der SIG eine Zusammenarbeitsvereinbarung mit dem American Jewish Committee unterzeichnet, und sein Präsident wurde ins Vizepräsidium des European Jewish Congress berufen.

Ein Blick nach innen
Von innen her gesehen bietet der SIG allerdings ein weniger glänzendes Bild. Uns fehlen Führungspersönlichkeiten in unseren Gemeinden; jene, die sich engagieren und einen verantwortungsreichen Posten übernehmen werden immer seltener. Teils ist dies die Folge eines Mangels an Interesse für die jüdische Gemeinde oder an Vision, teils eines Mangels an Zeit, denn solche Engagements werden immer schwergewichtiger. Sehr oft verwaltet man mehr als dass man führt. Die Komplexität unserer Gesellschaft, die Schnelligkeit der Information und der Mediendruck haben zu Folge, dass man dort, wo früher „Goodwill“, der kulturelle und soziale Einsatz genügten, heute von den Führungspersönlichkeiten eine Professionalität erwartet, auf welche sie unser Milizsystem kaum vorbereiten kann. Aber wir müssen den diesen Anforderungen gerechten Nachwuchs finden, denn wir brauchen eine starke, dynamische und unseren Werten verhaftete Gemeinde.

Die Stärke einer Dachorganisation hängt, wie jene einer Kette, von der Stärke ihres schwächsten Gliedes ab, und viele Gemeinden sind heute mit ernsten Problemen konfrontiert, ganz speziell einige Einheitsgemeinden. Trotz der unbestrittenen Bemühungen, es allen recht zu machen, bieten sie oft ein bleiches, abgeschwächtes und unattraktives Judentum an. So sehen sie viele ihrer Mitglieder nach rechts oder links abwandern, wo zentrifugale Organisationen dem Judentum einen dynamischeren, lebendigeren und attraktiveren Auftritt verleihen, begleitet von einer verlockenderen, stärkeren Identifizierung. Dieses Phänomen hinterlässt Spuren, und eines Tages werden sich die Gemeinden und der SIG dieser neuen Gegebenheit stellen und versuchen müssen, sie eher zu integrieren als zu bekämpfen.

Man hätte meinen können, dass sich die Juden der Schweiz nach dem Abschluss des Emanzipationskampfes und dem Erreichen einer harmonischen Integrierung in die gesellschaftliche Umgebung einer Phase der Ruhe und Ausgeglichenheit erfreuen würden. Welch eine Illusion! Sowohl von innen wie von aussen ist alles im Wandel begriffen. Die Gesellschaft ist in voller Entwicklung. Die jüdisch-christlichen Grundwerte, Basis unserer westlichen Zivilisation, werden attackiert und in Frage gestellt. Europa muss sich mit einer nie gesehenen Umwälzung auseinandersetzen: Wie soll man Millionen von Muslimen harmonisch integrieren, die hier mit anderen Wertvorstellungen, anderen Haltungen eintreffen, die nicht immer leicht zu verstehen und zu akzeptieren sind? Diese Integration erfolgreich zu bewältigen ist eine Herausforderung an alle Parteien, uns Juden mit eingeschlossen.

Die Gefahr von innen ist aber nicht weniger gross: Während die vollbrachte Integration ein Glücksfall ist, führt die extrem vorangetriebene Assimilation zum Verschwinden. Der Verlust der jüdischen Identität und die Mischehen, vom SIG schon seit mehr als 50 Jahren thematisiert, unterminieren das jüdische Volk und nagen an ihm. Die Anzahl Juden verkleinert sich überall ausser in Deutschland, wo ihre Zunahme dank der russischen Einwanderung ein künstliches Phänomen ist, und in Israel, wo die Suche nach einem rechten und gerechten Frieden nur in kleinen Schritten vorangeht.

Auf dem politischen Parkett
Der SIG intervenierte wiederholt in der schweizerischen Politik, sei es durch Mediencommuniqués, durch Gespräche mit Behörden unseres Landes oder den Führungen der politischen Parteien. So widersetzte er sich beispielsweise der Verschärfung des Asylrechts, die der jüdischen Ethik zuwiderläuft. Er wehrte sich gegen die Absicht, den Artikel 261bis aufzuheben, der das Vorgehen gegen Leugnung und Rassismus erlaubt. Er hat klar gegen die Ausgrenzung von Ausländern und Minderheiten Stellung bezogen. Er hat die Lancierung der Initiative gegen den Minarettbau bedauert und parallel dazu zugunsten der Integration der Ausländer unter Wahrung der gebotenen Wachsamkeit gewirkt. Ferner hat er energisch bei den Parteien interveniert, die zu einem Boykott israelischer Produkte aufriefen oder verlangten, dass die wirtschaftlichen Beziehungen zu Israel eingefroren würden.

Desgleichen ist der SIG immer und immer wieder bei Behörden und Regierungsstellen vorstellig geworden, wenn nach unserer Meinung Israel einseitig kritisiert oder mit anderen Massstäben gemessen wurde als andere Länder. Er hat seiner Missbilligung über die Unterstützung einer terroristischen Bewegung wie der Hamas Ausdruck gegeben, die unser Land in die gleiche heikle Situation bringt wie die EU und die Vereinigten Staaten. Ebenso hat der SIG unsere Regierung auf die antisemitischen Erklärungen der iranischen Regierung aufmerksam gemacht, welche auch die Schweizer Juden stark berührt haben. Er hat gegen die Durchführung einer Konferenz in Teheran, die unter Schweizer Beteiligung die Schoa verleugnete, protestiert und seiner Besorgnis darüber Ausdruck verliehen, dass sich Schweizer durch eine Flucht ins Ausland der Strafe entziehen konnten, zu der sie wegen Leugnung verurteilt worden waren.

Schliesslich nahm der SIG mit Befriedigung und Erleichterung vom Beschluss des Bundesrats Kenntnis, den Artikel 261bis weder aufzuheben noch zu modifizieren.

In religiösen Kreisen
Die Beziehungen mit den Kirchen sind derweil hervorragend. Der Schweizerische Rat der Religionen (SCR) hat seinen Arbeitsrhythmus gefunden. Pfarrer Thomas Wipf und der Präsident des SIG haben sich mit dem Metropoliten der Schweiz, Bischof Jérémie, getroffen, um die Orthodoxe Kirche zum Mitmachen einzuladen. Überdies wird der SCR nun durch die Mitarbeit von drei Frauen bereichert, die über Universitätsabschlüsse verfügen und bereits im interreligiösen Dialog aktiv waren. So wird auch Frau Esther Starobinski-Safran, Dozentin an der Universität Genf und Mitglied der Dialoggruppen des SIG sowohl mit der katholischen wie protestantischen Kirche, künftig an der Seite des SIG-Präsidenten in diesem Gremium mitarbeiten.
Das Mandat des SCR wurde mit Bundesrat Couchepin besprochen, und die Bundesbehörden haben ihn bereits mit mehreren Missionen betraut.

Am 8. Juli organisierte der SIG in Seelisberg eine Erinnerungsfeier an den 60. Jahrestag der Konferenz, die 1947 zum ersten Mal Juden, Katholiken und Protestanten vereinte. Bei dieser Gelegenheit wurde durch den SIG, den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund und die Schweizer Bischofskonferenz eine gemeinsame Erklärung zur Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Juden und Christen abgegeben. Der Genfer Professor Jean Halpérin, einer der Pioniere des interreligiösen Dialogs in der Schweiz, wurde geehrt. Überdies aber hielt Professor Lutz Ehrlich s.A., der andere Veteran des interreligiösen Dialogs, seinen letzten öffentlichen Vortrag.

Die jährlichen Einladungen zur Teilnahme an den Synoden der evangelischen und katholischen Kirchen sowie zur Versammlung der „Jüdisch-christlichen Arbeitsgemeinschaft“ bieten dem Präsidenten des SIG jeweils die willkommene Gelegenheit, unseren christlichen Freunden aktuelle Themen näher zu bringen, die uns bewegen.

Befreundete Organisationen
Die CICAD hat anlässlich ihrer Generalversammlung Josef Bollag als Mitglied in ihr Komitee gewählt, wo er künftig den SIG vertreten wird. In einer Arbeitssitzung konnten ferner der Zusammenarbeitsmodus definiert und das jeweilige Terrain der Aktivitäten abgesteckt werden, was ein wirksameres Handeln erlauben wird.

Die Gesellschaft Schweiz-Israel feierte ihr 50-jähriges Bestehen. Der SIG schloss sich diesem Ereignis an, wobei er die wichtige Rolle betonte, welche die Gesellschaft in der schweizerischen politischen Landschaft innehat.

Die Plattform der Liberalen Juden widerrief die 2004 mit dem SIG abgeschlossene Zusammenarbeitsvereinbarung. Dieses Thema wird jedoch bei einem nächsten Treffen der beiden Organisationen erneut aufgenommen.

Missionen für die Schweiz
Das Departement für äussere Angelegenheiten delegierte offiziell drei Personen - einen Juden, einen Muslim und einen Christen - für die OSZE-Konferenz, welche am 7. und 8. Juni 2007 in Bukarest stattfand und im Anschluss an jene von Cordoba 2005 dem Antisemitismus und anderen Formen der Diskriminierung gewidmet war. Der Präsident des SIG präsentierte dem Plenum zwei Berichte, denen lebhafte Diskussionen folgten: die erste zum Thema „Rat der Religionen“, die zweite zum Antisemitismus in der Schweiz.

Auf Anfrage der Eidgenössischen Departemente sowohl für äussere Angelegenheiten wie des Innern führte der SIG-Präsident ein Gespräch mit Botschafter Ömür Orhun, OSZE-Delegierter in der Schweiz, der sich über die Diskriminierung der Muslime informieren wollte. Dabei ergab sich auch die Gelegenheit, zu erwähnen, was der SIG auf diesem Gebiet an Aktivitäten unternimmt.

Im Rahmen einer Einladung des EDA zu einem Treffen mit einer Delegation des Europarates, die sich über die Situation der Minderheiten in der Schweiz erkundigen wollte, unterstrich eine Delegation des SIG die Tatsache, dass sich die Juden der freien Ausübung ihrer Religion erfreuen, aber das Schächtverbot eine bedauerliche Diskriminierung bleibt.

Als Leiter einer Delegation des SCR empfing der Präsident des SIG eine Anzahl Vertreter Chinas, die sich zur religiösen Situation in der Schweiz erkundigten. Indem er eine Parallele zwischen der Emanzipation der Juden und jener der Muslime herstellte, betonte er, dass die letzteren sich einem gewissen Widerstand ausgesetzt sehen, weil sie als Folge ihrer Ungeduld alles sofort haben wollen .

Der Bundesrat bestätigte den Sitz, den der SIG in der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus seit deren Gründung innehat. Er ernannte Sabine Simkhovitch-Dreyfus als Ersatz für Thomas Lyssy, dessen Mandat ausläuft, zum Mitglied .

Auf internationaler Ebene
Am 11. April unterschrieben David Harris, Geschäftsführer des „American Jewish Committee“ einerseits und Alfred Donath und Josef Bollag im Namen des SIG anderseits in Genf eine Zusammenarbeitsvereinbarung zwischen den beiden Institutionen, deren Ziel die Förderung der gemeinsamen Interessen am Wirken zum Wohl und Schutz des jüdischen Volkes ist. Die Verbindung mit dieser mächtigen amerikanischen Organisation wird dem SIG erlauben, Studien, Analysen und Forschungsprojekte von gemeinsamem Interesse anzugehen. Die Stärkung der jüdischen Identität und die Verteidigung von Minderheiten sind Teil der von beiden Institutionen verfolgten Ziele.

Am 12. April nahm der SIG in Kiew an einer Sitzung des „European Jewish Fund“ teil, dessen Mitglied er ist. Diese vom Russen Moshe Kantor gegründete und präsidierte Organisation vereinigt 28 europäische Länder in sich und verteilt wesentliche finanzielle Mittel an bedürftige Gemeinden vor allem in Osteuropa.

Die Sturmwellen der Affäre Singer haben den Jüdischen Weltkongress (WJC) lange Zeit erschüttert. Trotz des auf ihn ausgeübten Druckes ist der SIG standhaft geblieben. In der Folge nahm der Generalstaatsanwalt des Staats New York die Sache an die Hand und erhob Strafanzeige gegen Israel Singer. Schliesslich waren Präsident Bronfman und sein Generalsekretär Steven Herbits gezwungen, ihn fallen zu lassen und zu demissionieren. Ronald Lauder trat die Nachfolge als Präsident an, und es ist ein glücklicher Umstand, dass nun Personen von makellosem Ruf die Verantwortung für die Organisation übernommen haben. Die Juden brauchen einen Jüdischen Weltkongress, dem moralisch nichts vorgeworfen werden kann.

Der European Jewish Congress (EJC), der 42 Länder umfasst und 2,5 Millionen Juden vertritt, hielt am 22. Juni in Brüssel seine Generalversammlung ab. Moshe Kantor wurde als Präsident und Alfred Donath als Vizepräsident gewählt. Seit der Entstehung des EJC ist es erst das zweite Mal, dass ein Schweizer dieses Amt ausübt. Die Standhaftigkeit des SIG in der Affäre Singer erhält damit die gerechte Belohnung, und das traurige Kapitel rund um den WJC kann definitiv abgeschlossen werden.
Der EJC hat im Berichtsjahr intensive Aktivitäten entwickelt. Nebst einer würdigen Gedenkfeier an das Massaker in Babij Jar hielt er Sitzungen der Geschäftsführung in London, Berlin, Lissabon, Moskau und Frankfurt ab und traf sich mit den jeweiligen Regierungen dieser Länder von Angela Merkel bis Wladimir Putin, aber auch mit zahlreichen Parlamentariern und Senatoren. Durch seine „Taskforce gegen Antisemitismus“, für die der SIG-Präsident verantwortlich zeichnet, verfolgt der EJC die Entwicklung dieses Phänomens, das leider fast überall wieder zunimmt, sehr eng.

In unserer Organisation
Dennis L. Rhein, unser treu ergebener Generalsekretär, ist leider gesundheitlich angeschlagen. Während praktisch des ganzen vergangenen Jahres war er nicht in der Lage, seine Funktion wahrzunehmen, was eine wesentliche Lücke und zusätzliche Arbeitsbelastung für das Sekretariat verursachte. Dennis L. Rhein wird seine Arbeit nicht wieder aufnehmen können, und die Suche nach einem Nachfolger hat begonnen. Die Geschäftsleitung spricht ihm an dieser Stelle ihre grosse Dankbarkeit für die geleisteten Dienste aus und wünscht ihm eine vollständige Genesung.

Die Delegiertenversammlung fand in Lausanne statt. Sie wurde durch die Ablehnung der Statutenrevision markiert, welche von der eigens zu diesem Zweck gegründeten Kommission vorgeschlagen und vom Centralcomité bestätigt worden war. Es war vor allem die geplante Erhöhung der Anzahl Delegierter der grossen Gemeinden, die eine starke Opposition hervorrief, sowohl in deren eigenen Reihen wie auch seitens der kleineren Gemeinden. Für die einen ging die Revision zu weit, für andere war sie nicht ausreichend.

Berges du Léman
Lange Zeit eine Quelle der Sorge für den SIG, war diese Einrichtung ursprünglich ein Flüchtlingszentrum, danach ein jüdisches Altersheim und wurde zuletzt von der Stiftung Claire Magnin übernommen, die sie nun als „Medizinisch-soziale Einrichtung“ führt. Die Stiftung, derzeit Mieterin des Heims, möchte die Immobilie erwerben. Das Centralcomité wird demnächst dazu aufgefordert, sich zu dieser Frage zu äussern.

Zum Abschied
Nach vier Jahren Einsitz im Centralcomité und zwölf Jahren Mitgliedschaft in der Geschäftsleitung - wovon vier Jahre als Vizepräsident und acht Jahre an der Spitze des Gemeindebunds - ist für mich die Zeit gekommen, mich zu verabschieden. Der SIG ist heute im Vergleich mit dem SIG vor einem Vierteljahrhundert nicht mehr wiederzuerkennen. Er ist nicht nur gewachsen und gereift, sondern er hat auch an Wichtigkeit , an Profil und an Sichtbarkeit gewonnen. Die acht Jahre meiner Präsidentschaft sind zwar von einigen Desillusionen, aber auch von viel Befriedigung geprägt. Für einen Präsidenten bedeutet die Führung ohne einen Generalsekretär, wie dies im vergangenen Jahr der Fall war, eine enorme zusätzliche Arbeitsbelastung. Aufgefangen wurde diese allerdings durch das vermehrte Engagement meiner Geschäftsleitungskollegen, allen voran Rolf Halonbrenner, der die Führung des Sekretariats wahrgenommen hat. Ihnen allen möchte ich dafür herzlich danken. Mein Dank richtet sich aber auch an das Sekretariat selbst, welches während dieses Jahres die zusätzliche Arbeit stets mit einem Lächeln vollbracht hat.


Prävention und Information

Das Ressort hatte auch in diesem Jahr einen reichen Strauss an vielfältigen Aufgaben. Das Ressort, welches früher „Abwehr und Aufklärung“ benannt worden war, musste effektiv viel Arbeit in die Abwehr ungerechtfertiger Angriffe von Aussen auf und in der Aufklärung über die tatsächlichen Verhältnisse der jüdischen Gemeinschaft und ihrer Institutionen investieren.

Dr. Josef Bollag

Zusammenarbeit mit der Aktion Kinder des Holocaust (AKdH)
Die von Samuel Althof geleitete AKdH, die sowohl ihre eigenen Aktivitäten ausübt wie auch auf bestimmten Gebieten im Mandatsverhältnis mit und für den SIG auftritt, hat ihre Zusammenarbeit mit dem SIG erfolgreich verstärkt.
Das Internet-Streetworking hatte im Berichtsjahr an die 20 Betreuungsfälle behandelt, die zum Teil sehr zeitaufwändig waren. Die Hilfe bei der Wiedereingliederung ins Berufsleben von ehemaligen Anhängern der rechtsextremen Szene gestaltet sich immer dann schwieriger, wenn die Klienten sich nicht mehr in ganz jugendlichem Alter befinden. Die Meldestelle für antisemitische Vorfälle erfasste 37 Vorfälle und zeigte somit von der Anzahl wie auch von der Gravität der Vorfälle einen Rückgang zum Vorjahr (Libanonkrieg 2006).
Der Bericht 2006 über antisemitische Vorfälle in der Schweiz an das Stephen Roth Institut der Tel Aviv Universität umfasste die Daten der Meldestelle des SIG, der CICAD und die Studie des Instituts von Dr. C. Longchamps gfs. Die von verschiedenen Interessenten in Auftrag gegebene Studie gfs, zu welcher auch der SIG seine Erkenntnisse beitragen durfte, zeigte ein teilweise erschreckendes Bild über den Antisemitismus in der Schweiz. Die Studie wurde sehr professionell aufgezogen und lässt keinen Zweifel darüber offen, dass 10% der Bevölkerung der Schweiz als harte Antisemiten zu bezeichnen sind. Antisemitismus grassiert auch und vorwiegend in ländlichen Gegenden, wo keine jüdische Gemeinde zu finden ist. 28% sind nur teilweise mit antisemitischen Vorurteilen belastet. Hier können wir unsere Aufklärungsarbeit erfolgreich zu verstärken versuchen.
Ob Kritik an Israel und Antizionismus eine Wechselwirkung mit Antisemitismus haben, konnte gemäss Studie nicht nachgewiesen werden. Dieses Ergebnis deckt sich nicht mit den Erfahrungen des SIG und anderer jüdischen Gremien, wo gerade bei Ereignissen im Krisenherd Israel-Palästinenser (z. B. der 2. Libanonkrieg) die antisemitischen Äusserungen jeglicher Art verstärkt festzustellen waren.
Die lange - bis zur 1. Weltkonferenz gegen Rassismus in Durban – hochgehaltene Hypothese, dass Antizionismus nicht mit Antisemitismus gleichzusetzen sei, ist seit dieser unrühmlichen Konferenz als Farce demaskiert worden. Die auf 2009 einberufene 2. Weltkonferenz gegen Rassismus lässt in ihren Vorbereitungen nichts Gutes erwarten. Gerade hier ist unsere Schweizer Regierung gefordert, dass sich Durban nicht wiederholen darf.

Die Teilnahme von S. Althof an den ITF-Konferenzen (International Task Force for Holocaust Remembrance and Education), die letzte davon in Prag, erfolgte im Auftrag des SIG, wo Althof insbesondere in den Communication Working Groups eine vielbeachtete Rolle spielt. Die Leitung der ITF-Gruppe Schweiz ging von Botschafter A. Fasel, dem der SIG seinen herzlichen Dank für die umsichtige und wegweisende Arbeit hiermit aussprechen möchte, an Herrn Botschafter J. Pitteloud über.
Der ITF kommt heute mehr denn je eine grosse Bedeutung zu, mehren sich doch die Anzeichen, dass der Antisemitismus wieder verstärkt, vor allem in den Ländern des früheren Ostblocks, zurückkehrt.

Die Vorbereitungen zur Euro 08 beinhalten auch, dass der SIG sich mit möglichen antisemitischen und rassistischen Ausschreitungen von Seiten der Hooligans befassen muss. Der SIG hat mit den entsprechenden Verantwortlichen der FIFA Kontakt aufgenommen, um in spezifischen Fragen eine Zusammenarbeit zur Prävention zu gewährleisten.

Der antisemitische Vorfall im Zug von Basel nach Luzern wurde in vorbildlicher Weise durch die Gremien des FC Basel aufgearbeitet. Das in einer Arbeitsgruppe beschlossene vorbildliche Massnahmenpaket kann richtungweisend für die Euro 08 und alle Fussballverbände sein. Das Leitmotiv heisst „Hinschauen, statt Wegschauen“.

Das von AKdH im Auftrag des SIG durchgeführte Monitoring der Printmedien auf eine Anzahl den SIG interessierende Themen hat bis heute zu einem Archiv mit annähernd 80'000 Datensätzen geführt. Diese Datenbank ist auch ein wichtiges Instrumentarium, nicht nur für die Aktualitäten, sondern auch zur Erkennung von längerfristigen Tendenzen.

Die AKdH hat im Rahmen ihrer eigenen Aufgabenstellung viele Aktionen ausgelöst, so z. B. eine Strafanzeige nach StGB 261bis gegen die Wiederauflage eines Buches von Rudolf Steiner mit eindeutig antisemitischen Passagen, eine Strafanzeige gegen die Musikgruppe „Amok“, ein Mitglied des weltweiten Netzwerks „Blut und Ehre“, wegen Verbreitung von Rassismus und Antisemitismus durch Musik.

Antisemitismus
Der SIG hat zusammen mit der CICAD erste Grundlagen zur Verstärkung der Zusammenarbeit geschaffen, erstens durch Einsitz des Ressortleiters in den Vorstand der CICAD und zweitens durch Erhöhung der Subvention an die CICAD in Anerkennung der Wichtigkeit der zum SIG komplementären Arbeit der CICAD in der welschen Schweiz. Die Koordination der Massnahmen zur Abwehr des Vorhabens des EJPD unter Bundesrat Blocher, den Art. 261bis StGB zu entkräften, hat zu einer einheitlichen Vorstellung des SIG und CICAD, unter Einbezug der GRA geführt. Es konnte klar kommuniziert und dokumentiert werden, dass wir keine „Verwässerung“ des Art. 261bis wünschen und dass die vom EJPD vorgebrachten Argumente belegbar nicht stichhaltig waren.
Da in letzter Zeit die Fälle sich mehrten, dass gemäss Art. 261bis Verurteilte sich der Strafe erfolgreich durch Flucht ins Ausland entziehen konnten, fand mit dem Präsidenten der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) Herrn Regierungsrat M. Notter, eine Sitzung statt, in welcher auf das Problem, das falsche Zeichen mit Bezug auf den Stellenwert des Art. 261bis setzen könnte, eingegangen wurde. Das Problem entstand wegen der gefällten relativ kurzen Haftstrafen, wird sich aber jetzt bei Umwandlung der Haftstrafen in entsprechende Tagessätze kaum mehr stellen.

Die Brandstiftung gegen die Genfer Synagoge „Hechal Haness“ hat in der ganzen Schweiz zur grossen Empörung und zu Bekenntnissen der Solidarität mit den Betroffenen geführt. Bis heute ist noch nicht klar, ob die Urheberschaft nur aus rein antisemitischen Gründen die Tat verübt hat. Immerhin bleibt doch offensichtlich auffällig, dass eine Brandstiftung an einer Synagoge – wie auch im Vorjahr in Lugano – sich in erster Linie gegen die jüdische Gemeinschaft richtet und deshalb immer eine antisemitische Komponente einschliesst.

Sicherheit
Der SIG analysiert ständig mit den Behörden die Gefahrenpotentiale, die von allen extremen Bewegungen ausgehen könnten. Auf Initiative des SIG haben die Mitgliedgemeinden die Koordination der Informationen in die Wege geleitet.
Das Erscheinungsbild von gewaltsamen Auseinandersetzungen hat sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert. Die Zivilbevölkerung wird nicht nur beiläufig in Mitleidenschaft gezogen, sondern kann auch zum direkten Angriffsziel werden.

Wir müssen mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln alles vorkehren, damit die Schweiz vor dieser Gefahr verschont bleibt.


Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Jugend

Beziehungen zu den Gemeinden
Ein in Anwesenheit mehrerer GL-Mitglieder durchgeführtes Treffen mit der CIG und der CILV bezweckte, die Erwartungen dieser Gemeinden und die besondere Rolle der CICAD in der welschen Schweiz besser zu verstehen.

 

Sabine Simkhovitch-Dreyfus

Verschiedene offizielle und inoffizielle Anfragen betrafen die spezifische Problematik der ganz kleinen Gemeinden. Gemeinsam ist ihnen die Sorge um die Zukunft, unterschiedlich jedoch die individuelle Problematik, welche insbesondere von den bestehenden Strukturen und Mitteln abhängt und desgleichen auch die Lösungsansätze. Der SIG kann dafür gewisse Anstösse geben, vermittelnd wirken oder zur Lösung spezifischer Probleme beitragen. Dafür und für andere Anfragen von Gemeinden steht die Ressortverantwortliche gerne zur Verfügung.

Jugend
Das traditionelle Sommermachane der deutschen Schweiz hat dieses Jahr auf der Rigi und das Wintermachane im Münstertal stattgefunden. Beide Machanot waren besonders gelungen, hatten aber trotz vermehrter Kontaktaufnahme mit den verschiedenen Gemeinden einen Rückgang in den Teilnehmerzahlen zu verzeichnen. Wir sind deshalb allen Gemeinden und einzelnen Personen dankbar, welche uns mit Hinweisen und Kontakten helfen, alle möglichen Kreise zu erfassen .

Im März fand das Remember-Treffen in Baden statt, wo das Alpamare besucht wurde. Der Pfingstausflug führte dieses Jahr unter einer erfreulich grossen welschen Beteiligung nach München.

Wie in den vergangenen Jahren schlossen sich auch dieses Jahr die Jungen aus den welschen Gemeinden dem gemeinsam von der CILV und der CIG geführten Sommermachane am Atlantik an. Ein gemeinsames Purimwochenende, Madrichim-Ausbildungen und andere Anlässe erleichterten die Integration der Kinder aus den kleinen Gemeinden, allen voran aus La Chaux-de-Fonds. Trotz getrennter Organisation des Wintermachanes durch Genf und Lausanne konnten auch da die Kinder aus den kleinen Gemeinden gut integriert werden.

Den SIG-Jugendleitern Esther Senecky, Melanie Höchner und Jacob Bollag sei für ihren Einsatz gedankt, ebenso den Jugendleitern der CILV und der CIG, Eric Aziza und Linor Saphir, für ihre Zusammenarbeit mit dem SIG, und Annette Permann für die Übernahme der Sekretariats- und Verwaltungsarbeiten.

Ausbildung
2007 konnte bereits die 4. Staffel des Likrat-Projektes im bewährten Rahmen durchgeführt werden. Das neue Team, bestehend aus 20 Jugendlichen aus Solothurn, Basel, Zürich und Schaffhausen, hat das letzte Team im Sommer 2007 abgelöst. Nach wie vor wird das Likrat-Leadership-Projekt von Eva Pruschy, Dr. Simon Erlanger und Dr. Erik Petry geleitet.

Über das Lehrmittel (DVD und didaktisches Begleitheft) ÜberLebenErzählen – Holocaust-Überlebende in der Schweiz, welches der SIG 2007 im Pestalozzianum Verlag Zürich und im Verlag ies éditions Genf herausgegeben hat, wurde im vergangenen Jahresbericht ausführlich berichtet. Die Publikation erhielt in der Fachpresse ein positives Echo und die Hälfte der ersten Auflage von 1000 Exemplaren ist bereits verkauft worden.

In Zusammenarbeit mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland wurde die Vorbereitung eines Lehrmittels für den jüdischen Religionsunterricht zum Thema Jüdische Philosophie und Ethik mit speziellem Fokus auf aktuelle Fragen aufgenommen. Das geplante Lehrmittel soll Jugendliche intellektuell auf die Herausforderung vorbereiten, eine jüdische Identität für sich in einem säkularen Umfeld zu definieren. Das Lehrmittel wird voraussichtlich Mitte 2009 fertig gestellt sein.

Am 14. Januar 2007 fand in Zürich die jährliche Weiterbildungstagung statt, an der 25 ReligionslehrerInnen aus den SIG-Einheitsgemeinden teilnahmen. Unter der Leitung von Rabbiner Dr. Howard Deitcher widmete sie sich den Themen „Theologische Fragen mit Kindern diskutieren“ und „Tora mit Midrasch unterrichten“.

Der SIG hat bei Religionslehrern eine Umfrage zu „Jeled“ durchgeführt, um so den Bedürfnissen der Benutzer besser Rechnung tragen zu können. Auch zu jeled.net erwarten wir gerne Feedback von den BenutzerInnen. Dieses nehmen wir auf edu@swissjews.org entgegen.

Eva Pruschy hat die Projekte im Bereich der Ausbildung auch in diesem Jahr geleitet und entscheidend mitgeprägt, wofür ihr unser Dank gebührt.

Steueraspekte
Ein wichtiger Teil meines Einsatzes für den SIG war der Neuordnung der steuerlichen Behandlung des SIG gewidmet, welcher bisher an seinem Sitzkanton normal besteuert wurde. Bemühungen für eine Steuerbefreiung waren gerade jetzt wichtig, weil dabei im Falle eines Verkaufes der BdL beträchtliche Einsparungen gemacht werden können.

Nach über einjähriger Vorbereitungsarbeit stimmte die Zürcher Steuerverwaltung der Steuerbefreiung des SIG von Einkommens- und Vermögenssteuern wegen Verfolgung von Kultuszwecken zu. Auch im Kanton Waadt sind Kontakte im Gang, um eine allfällige Grundstückgewinnsteuer so klein wie möglich zu halten.

Religiöse Angelegenheiten

Koscherfleischversorgung und Schächtverbot
Wie bereits im Vorjahr, ersteigerte wiederum eine jüdische Firma das gesamte Koscherfleischkontingent für das 1. Quartal 2007, obwohl dies ihren Eigenbedarf bei weitem überstieg. Trotz intensiver Bemühungen des SIG und weiterer Stellen weigerte sich der Inhaber dieser Firma, die nicht benötigten Anteile an andere Importeure oder Koschermetzgereien abzutreten. Nachdem alle Vorstösse scheiterten, um Koscherfleisch ausserhalb des vorgesehenen Zollkontingentes zu akzeptablen Bedingungen einführen zu können, bahnte sich ein akuter Versorgungsengpass für Koscherfleisch an Pessach an. Um diesen zu beheben, übernahm der SIG einen Teil der zusätzlich zu bezahlenden Zollzuschläge. Einem entsprechenden Aufruf des SIG folgten mehrere Mitgliedsgemeinden. Sie stellten ebenfalls namhafte Beträge zur Verfügung, so dass schliesslich alle Koschermetzgereien der Schweiz ausreichend Koscherfleisch für Pessach ohne Preiserhöhung anbieten konnten.

Dr. Rolf Halonbrenner

Zwei bei der Versteigerung leer ausgegangene Importeure beschritten den Rechtsweg bis vor das Bundesgericht. Dieses befand in seinem kurz vor dem Jahresende gefällten Urteil, dass es der jüdischen Glaubensgemeinschaft nicht zuzumuten sei, Koscherfleisch zum prohibitiven Ausserkontingentszollansatz einführen zu müssen. Vielmehr habe die jüdische Bevölkerung Anspruch darauf, dass das zur Deckung des Bedarfs benötigte Koscherfleisch, abgesehen vom Kontingentszollansatz, nicht durch zusätzliche Zollabgaben verteuert werde. Obschon an dem für uns nicht befriedigenden System der Versteigerung der Importkontingente für Koscherfleisch festgehalten wird, befand das Bundesgericht, dass das Bundesamt für Landwirtschaft hätte dazu beitragen müssen, den Versorgungsengpass zu beseitigen und dass die Behörden in einem solchen Fall eine akzeptable Lösung finden müssen.

Interessengemeinschaft für Koscher-Lebensmittel (IGfKL)
Einmal mehr gestaltete sich die Tätigkeit der Interessengemeinschaft dank der gewissenhaften Arbeit der Verantwortlichen problemlos. Der hohe Standard der schweizerischen Kaschrutliste ist international anerkannt.

Beziehungen zu anderen Stellen
Auch im Berichtsjahr mussten wir uns für jüdische Schüler und Studenten einsetzen, denen Schwierigkeiten gemacht wurden, auf einen Schabbat oder einen jüdischen Feiertag angesetzte Prüfungen zu einem anderen Zeitpunkt abzulegen. Gegen Ende des Jahres meldeten sich auch Angehörige des Zivilschutzes, welchen Gesuche um Dienstbefreiung am Schabbat zurückgewiesen wurden und ersuchten uns um Mithilfe. Diese Fälle waren am Jahresende noch pendent.

Es muss leider festgestellt werden, dass bei einem Teil der Öffentlichkeit das Verständnis für die besonderen Erfordernisse der jüdischen Mitbürger bei der Einhaltung der Schabbat-Vorschriften fehlt. Diese Stellen sind sich vielfach nicht bewusst, dass damit das von der Verfassung garantierte Grundrecht auf freie Glaubensausübung tangiert wird.

Friedhof Davos und Gedenkstätte Zwingen
Sowohl Unterhalt und Pflege des Friedhofes Davos als auch der Gedenkstätte auf dem ehemaligen Friedhof von Zwingen im Laufental (BL) gestalteten sich im Berichtsjahr problemlos.

Ausblick
Die Vorkommnisse rund um die Versteigerung der Koscherfleischkontingente machten die Schwächen dieses Systems erneut ersichtlich. Obschon an dem für uns nicht befriedigenden System festgehalten wird, bestätigte das Bundesgericht erfreulicherweise den grundsätzlichen Anspruch der jüdischen Bevölkerung auf die Versorgung mit Koscherfleisch ohne zusätzliche Zollabgaben. Wir hoffen, dass die zuständigen Behörden die notwendigen Vorkehrungen treffen werden, damit bei künftigen analogen Vorkommnissen keine Versorgungsengpässe entstehen können.

Leider werden jüdischen Schülern und Studenten sowie Dienstpflichtigen immer wieder Schwierigkeiten gemacht, die Schabbat-Vorschriften zu beachten. Wir schreiben dies dem mangelnden Verständnis der zuständigen Organe für die besonderen Erfordernisse bei der Einhaltung der Schabbat-Vorschriften zu. Auf diesem Sektor muss die Aufklärungsarbeit intensiviert werden.


Kultur

Das Kulturressort hat sich auch dieses Jahr damit befasst, die Geschichte und Kultur der schweizerischen jüdischen Gemeinden zu erfassen und einer breiten Bevölkerung zugänglich zu machen. Dabei konnten weitere Fortschritte erreicht werden und folgende Projekte wurden realisiert und in Angriff genommen.

Gabrielle Rosenstein

Schriftenreihe des SIG – Beiträge zur Geschichte und Kultur der Juden in der Schweiz
Dieses Jahr konnte das Kulturressort zwei Bücher im Rahmen der SIG-Schriftenreihe herausgeben:

  1. Le grand déchirement, Stefan Mächler, Edition d’enbas, 2007. (Französisch-Übersetzung von „Hilfe und Ohnmacht“, Stefan Mächler, 2005).

    Auf Wunsch der jüdischen Gemeinden der französischen Schweiz steht nun die Aufarbeitung der Geschichte des SIG auch der Romandie zur Verfügung. Grosszügige finanzielle Beiträge haben dies ermöglicht.
    Anlässlich der Delegiertenversammlung vom Mai wurde das Buch der Presse vorgestellt. Das Medienecho in der französischen Schweiz war erfreulich gross, und bisher konnte das Buch gut verkauft werden.
  2. Vieh- und Textilhändler an der Aare. Geschichte der Juden im Kanton Solothurn vom Mittelalter bis heute, Karin Huser, 2007, Band 12
    Das reich bebilderte Buch zeigt den Beitrag einer zahlenmässig kleinen, aber bedeutenden Minorität zur allgemeinen Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Kantons Solothurn auf. Biografische Darstellungen dokumentieren exemplarisch die individuellen Lebensentwürfe und Begegnungen.
    In Solothurn fand eine Buch-Vernissage statt, welche von den Medien gut begleitet wurde. Stadtpräsident Kurt Fluri und Staatsarchivar Dr. Andreas Fankhauser hielten ihre Grussworte vor einem voll besetzten Saal.

Ankündigung: 2008 wird der Bildband „Synagogen der Schweiz“, Ron Epstein, erscheinen.

Bildarchiv Schweizer Juden
Das vom Florence Guggenheim Archiv zusammen mit dem SIG und dem Archiv für Zeitgeschichte der ETH Zürich lancierte Projekt ist im Aufbau begriffen. Es gingen bereits mehrere Rückmeldungen und Dokumente bei Dr. Ralph Weingarten und dem SIG ein. Das Bildmaterial wird anschliessend im Archiv für Zeitgeschichte Zürich professionell gescannt und aufbewahrt, um es den Forschenden zur Verfügung stellen zu können. Es handelt sich um ein aufwändiges, aber lohnenswertes Unternehmen. Diese Fotos stellen ein Mosaik der Geschichte des Schweizer Judentums dar und dienen der Veranschaulichung und Aufarbeitung der Vergangenheit unserer eigenen Geschichte.

Kontakte nach aussen
Die Leiterin des Ressorts Kultur, Gabrielle Rosenstein, und der Präsident, Prof. Dr. Alfred Donath, trafen sich zu einer Sitzung mit dem Direktor des Bundesamtes für Kultur, Jean-Frédéric Jauslin, in Bern.
Seit mehreren Jahren pflegt das Kulturressort des SIG den Kontakt mit dem Bundesamt für Kultur (BAK). Dabei geht es vor allem um Themen im Rahmen des Bundesgesetzes über den internationalen Kulturgütertransfer (KGTG) und der UNESCO Konvention 1970. Insbesondere wurden Fragen betreffend Raubkunst erörtert.
Beidseits wird auf regelmässig stattfindende Kontakte Wert gelegt.

Europäischer Tag der jüdischen Kultur
Am 2. September 2007 wurde der Europäische Tag der jüdischen Kultur zum Thema: „Zeugnisse und Erinnerungen“ erfolgreich durchgeführt. Das Jüdische Museum der Schweiz in Basel hat auch dieses Jahr die diversen Veranstaltungen ausgezeichnet koordiniert. Weltweit nahmen 30 Länder teil. In der Schweiz besuchten zahlreiche Interessierte die vielen Angebote wie Vorträge, Diskussionen, Ausstellungen, Workshops oder Konzerte in Basel, Bern, Delémont, Endingen-Lengnau, Genf, La Chaux-de-Fonds und Zürich.

Finanzielle Unterstützungen
Mehrere finanzielle Unterstützungen wurden 2007 aus dem Kulturbudget gesprochen. So z. B. für folgende Veranstaltungen, Projekte und Organisationen:

Veranstaltungen:

    • Tarbut, 4. Jüdischer Kulturkongress, „Rückkehr der Religion – auch bei uns?“, Schloss Elmau, Juni 2007
    • Jom Ijun Lerntag, Veranstaltung: „Gut und Böse / Bilder des Anderen“, November 2007
    • Eine Schweiz mit Herz, Openair auf dem Bundesplatz, Juli 2007
    • Zweite Jüdische Kulturwoche in Baden, Endingen, Lengnau, Oktober – November 2007

Publikationen:

    • „La communauté juive à Fribourg et son environnement cantonal (1895-2000)“, Anne-Vaïa Fouradoulas, 2007
    • „Jüdisches Kulturgut in und aus Endingen und Lengnau“, Peter Stein, Basel
    • „Regina Zimet – Die Anne Frank des Veltlins“, Marco Frigg, 2007

Film

    • «Judith», Yael Parish

Finanzen

Sie finden in der Jahresrechnung 2007 neben den üblichen Zahlen einerseits eine kurze, übersichtliche Zusammenfassung der Erfolgsrechung 2007 sowie andererseits eine Fortschreibung des Kapitals SIGinkl. Schenkung Dr. h.c. Emile Dreyfus - sie ist nicht zweckgebunden und ist ein Teil des SIG-Vermögens - welche auch die unrealisierten Kursgewinne beinhaltet. .

Daniel A. Rothschild

Im Berichtsjahr 2007 schloss die Rechnung des SIG mit einem Gewinn von CHF 177'564.46 ab. Das Kapital des SIG betrug Ende 2007 CHF 12'063’277 (CHF 12'227.941 Ende 2006).

Das im Vergleich zum Budget wesentlich verbesserte Resultat ist auf realisierte Kursgewinne und auf zusätzliche Subventionseinnahmen, die dank des Einsatzes der Geschäftsleitung erzielt werden konnten, zurückzuführen.

Das Budgetdefizit für 2008 konnte wiederum gesenkt werde und beträgt noch CHF 91'500. Die Geschäftsleitung wird sich weiter bemühen, Ausgaben und Einnahmen in ein noch besseres Gleichgewicht zu bekommen, ohne für den SIG wesentliche Aufgaben vernachlässigen zu müssen.

Frau Barbara Witztum, der umsichtigen Buchhalterin des SIG, sei an dieser Stelle recht herzlich für ihre zuverlässige Buchführung gedankt.


Centralcomité

Im Jahre 2007 führte das Centralcomité (CC), nicht wie gewohnt vier, sondern fünf Sitzungen durch. Die zusätzliche Sitzung war ausschliesslich einem der beiden Hauptthemen des Jahres gewidmet, nämlich der partiellen Statutenrevision.

Nach langen Überlegungen, umfangreicher Arbeit der gemeinsamen Statutenrevisionskommission des CC und der Geschäftsleitung (GL) und nach mehreren ordentlichen und ausserordentlichen Sitzungen konnte sich das CC für eine partielle Statutenrevision zuhanden der Delegiertenversammlung (DV) 2007 durchringen. Die drei Hauptstossrichtungen der vorgeschlagenen Statutenrevision waren:

Dr. David Jeselsohn

  • Stärkung der "Corporate Governance" durch eine Verstärkung der Kompetenzen des CC und bessere Aufsichtmöglichkeiten über die Tätigkeit der GL.
  • eine leichte Anpassung der Vertretung der Gemeinden an der DV an ihre tatsächliche Mitgliederzahl.
  • verschiedene stilistische und formelle Anpassungen einiger überholter Paragraphen und eine Bereinigung der beiden Sprachversionen.

Trotz der vielen Arbeit und der lobenswerten Bereitschaft der CC-Mitglieder, auf Kompromisse einzugehen, und obwohl an der DV die Mehrheit der Delegierten und der Gemeinden sich für eine Statutenrevision entschied, scheiterte der Vorschlag an der für Statutenrevisionen nötigen Zweidrittel-Mehrheit.

Der Statutenrevisionskommission, vor allem ihrem unermüdlichen Präsidenten, Pierre Ezri, sei auch an dieser Stelle nochmals für ihre enorme Arbeit gedankt.

Das zweite Hauptthema ergab sich im Zusammenhang mit einem lange gehegten Wunsch, nämlich der Steuerbefreiung des SIG. Die Zürcher Kantonalen Steuerbehörden stimmten der Steuerbefreiung des SIG wegen Verfolgung von Kultuszwecken zu und verpflichtete die GL, die in einem solchen Fall nötigen standardisierten formellen Anpassungen der Statuten und eines Reglements in die Wege zu leiten. Diese wurden vom CC gutgeheissen und müssen an der kommenden DV 2008 genehmigt werden. Diese Steuerbefreiung ist vor allem angesichts des geplanten Verkaufs der Liegenschaft Les Berges du Léman wichtig (die Befreiung von der Grundstückgewinnsteuer im Kanton Waadt steht noch aus).

Herzlicher Dank gebührt GL-Mitglied Sabine Simkhovitch-Dreyfus. Ihrer Beharrlichkeit und Ausdauer ist diese Steuerbefreiung zu verdanken.

An der DV 2007 verabschiedeten wir uns vom Vertreter der IRGZ Schaje Leiner, der dem CC während neun Jahren angehörte. Seine ruhige und besonnene Stimme war an den CC-Sitzungen immer geschätzt und wir danken ihm für seine Arbeit. Statt ihm wurde an der DV 2007 Nosson Zwi Rothschild gewählt.

Im Grossen und Ganzen wurden die Sitzungen des CC und seiner Kommissionen effizient, ruhig und in guter Atmosphäre geführt, auch wenn nicht selten diametral entgegen gesetzte Anschauungen vertreten waren. Es sei hier allen CC-Mitgliedern, besonders den Kollegen im CC-Büro für ihre Mitarbeit und Unterstützung gedankt, wie auch dem Generalsekretär und dem Sekretariat für die gute und angenehme Zusammenarbeit. Der Generalsekretär, Dennis L. Rhein, musste gesundheitshalber leider seine Arbeit für den SIG aufgeben. Für seine hingebungsvolle Arbeit sind wir ihm zu Dank verpflichtet und wünschen ihm gute Besserung und alles Gute für die Zukunft. Ebenfalls sei besonders Dr. Rolf Halonbrenner für seinen grossen ehrenamtlichen Einsatz wie auch allen GL-Mitgliedern und Darina Langer mit dem ganzen Sekretariat gedankt, die die durch den Ausfall des Generalsekretärs erfolgte Mehrarbeit mit Bravour erledigten.

Jahresbericht des VSJF

VSJF-Vorstand
Der VSJF-Vorstand führte im laufenden Berichtsjahr drei Sitzungen durch, wichtige Entscheidungen wurden auf dem schriftlichen Weg getroffen.

Danken möchte ich an dieser Stelle allen Vorstandsmitgliedern, die seit Jahren ihre Zeit und ihr Können zum Wohle des VSJF einsetzen, speziell unserem verdienten Quästor, Peter Neuhaus, und unserem Juristen, Herbert Winter, der für den VSJF zusätzliche Stunden aufgewendet hat.

Doris Krauthammer

Administration
Nach über 15-jähriger Tätigkeit hat uns unsere geschätzte Mitarbeiterin Frau Ludmila Färber verlassen. Neben den anfallenden Sekretariatsarbeiten, die sie zu unserer vollen Zufriedenheit ausübte, hat sie zusätzlich die administrativen Aufgaben im Asylbereich betreut.

Unser langjähriger Projektleiter, Herr Guy Bollag, beendete Ende August seine Mitwirkung, um sich einer neuen Aufgabe zu widmen. Als unser Vorstandsmitglied in der Schweizerischen Flüchtlingshilfe wie auch bei der Umsetzung unserer Projekte hat er sich voll für den VSJF engagiert.
Die Praktikantin Frau Fikrije Mataj, die uns Ende August verliess, hat in ihrer Arbeit viel Einsatz gezeigt.

Wir sind dankbar, mit Frau Felice Dreyfuss eine kompetente Mitarbeiterin gefunden zu haben. Sie ist für das Sekretariat wie auch für zusätzliche Bereiche verantwortlich und hat sich in kürzester Zeit im Asylbereich sehr gut eingearbeitet.

Wir danken unserem motivierten Team, das sich vorbildlich um das Wohl unserer Schützlinge kümmert.

Fürsorge und Soziales
Im Laufe des Jahres bekamen wir vermehrt Hilferufe von jüdischen Bedürftigen. Wir stellen fest, dass aus allen jüdischen Kreisen Bedürftige an uns gelangen, die in eine Notsituation geraten sind. Wir erachten es als unsere Kernaufgabe, diesen bedürftigen jüdischen Menschen in der ganzen Schweiz schnell und effizient beizustehen.
Wir sind dankbar, dass es uns möglich ist, Soforthilfe anzubieten.
Seit Jahren erhalten viele Antragssteller monatliche Zuwendungen; mit unseren dreimal jährlich ausbezahlten Feiertagszulagen können wir überdies viel Leid mindern.

Integration
Die von uns betreute jüdische Gruppe von ehemaligen russischen Flüchtlingen trifft sich bei uns monatlich zu einem gemütlichen Gedankenaustausch. Bei Problemen mit den Behörden und bei Ausfüllung ihrer Steuererklärung stehen wir ihnen mit Rat und Tat bei.

Dank der dreimal wöchentlich durchgeführten Aufgabenhilfekönnen wir Migrantenkindern, die von zu Hause nicht die benötigte Unterstützung erhalten, dabei helfen, dem hohen schulischen Standard in der Schweiz zu genügen. Unseren Beitrag an die Integration sehen wir als eine äusserst wichtige Aufgabe.
Wir möchten unseren unermüdlichen und fachlich kompetenten, freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unseren grossen Dank aussprechen.

Das Seniorentreffen, das jeweils am Sonntag im schönen Foyer des Dr. Georg Guggenheim-Hauses stattfindet, erfreut sich grosser Beliebtheit. Es wird voll von der Dr. h.c. Emile Dreyfus-Stiftung, der wir zu grossem Dank verpflichtet sind, finanziert. Die Zusammenkünfte werden rege besucht; für viele Teilnehmer sind diese Sonntage ein wichtiger Bestandteil ihrer Lebensführung.

Armutsstudie
Der VSJF-Vorstand hat im Oktober beschlossen, der Hochschule Luzern den Auftrag für die Studie „Jüdische Armut in der Schweiz“ zu erteilen.
Es werden die Ursachen der Armut unter der jüdischen Bevölkerung untersucht, die Armut unter der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung verglichen, um Massnahmen zur Verbesserung der Situation von bedürftigen jüdischen Menschen zu erarbeiten.
Herr Roland Stahl, der Projektleiter und seine Mitarbeiter, haben sich bereits mit viel Elan an die Umsetzung dieser Studie gemacht. Wir erwarten im April 2008 wichtige Ergebnisse und im Juni den Schlussbericht.

Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH
Als Nachfolgerin von Guy Bollag ist Marta Knieza, unsere verantwortungsvolle und engagierte Koordinatorin der Hilfswerksvertretung, in den Vorstand der SFH, eingetreten.
Wir möchten an dieser Stelle unserem Vorstandsmitglied, Tamar Merlin, Bern, danken, dass sie uns an der Generalversammlung wie auch in verschiedenen offiziellen Feierlichkeiten vertreten hat.

Asylbereich - Hilfswerkvertretung
Trotz der Verschärfungen im neuen Asylgesetz haben wir im Berichtsjahr viel mehr Befragungen zu bewältigen gehabt als im vergangenen Jahr.
Ab 1.1.2008 wird der VSJF als einziges Hilfswerk im neuen Flughafenverfahren tätig sein. Wir haben sieben neue HilfswerkvertreterInnen angestellt, was die Anzahl Mitarbeitende im Asylbereich auf gesamthaft 21 ansteigen lässt. Ihre Motivation für die neuen Herausforderungen und auch ihre Bereitschaft, sich in der Freizeit weiter zu bilden, sind sehr hoch. Wir sind ihnen für ihre ausgezeichnete Arbeit sehr dankbar.

Bedürftige Holocaustüberlebende in der Schweiz
Dank den Hinweisen aus den Gemeinden konnten dieses Jahr weitere bedürftige Holocaustüberlebende, die von den VSJF-Aktionen 2004 und 2006 nicht profitiert haben, berücksichtigt werden.
Mit unseren Besuchen bei bedürftigen Holocaust-Überlebenden konnten wir dazu beitragen, die Betroffenen aus der Isolation zu holen und zu helfen, sie im Sozialressort der lokalen Gemeinden einzubinden. Wir danken insbesondere unserem Vorstandsmitglied, Evelyne Morali, Genf, für ihre hervorragende Zusammenarbeit.

Archiv für Zeitgeschichte
Ende August 2007ist der langjährige Leiter des Archivs, Prof. Klaus Urner, in den Ruhestand getreten. Mit Prof. Urner führten wir sämtliche Verhandlungen für die Übergabe des VSJF-Archivs. Wir sind ihm zu grossem Dank verpflichtet. Sein Nachfolger ist Dr. Gregor Spuhler.

Empfangsstellen für Asylsuchende
An den zwei Sitzungen des Gemeinsamen Ausschusses der Kirchen, des SIG und des Bundesamtes für Migration BFM konnten wir unsere Anliegen einbringen. Wir haben das grosse Glück, dass Herr Pius Caduff, Vizedirektor für den Direktionsbereich Asylverfahren, grosses Verständnis für unsere jüdischen Asylsuchenden aufbringt; wir möchten ihm dafür herzlich danken.
Als Seelsorger in den Empfangsstellen konnten wir Dr. Israel Malka, Genf, gewinnen, dem wir für seine Bereitschaft danken möchten.

Ausblick
Die intensive Betreuung von jüdischen Bedürftigen und Asylsuchenden ist heute unsere wichtigste Aufgabe.

Die in Arbeit befindliche Studie über die jüdische Armut wird, so hoffen wir, Wege aufzeigen, wie der zunehmenden Bedürftigkeit noch effizienter begegnet werden kann.

Ein Projekt für die Aufnahme von jüdischen Flüchtlingen bei einer eventuellen Flüchtlingswelle werden wir erarbeiten.

Im Februar 2008 begibt sich der VSJF-Vorstand in eine Klausur, um die Prioritäten im Fürsorge-, Flüchtlings- und im Integrationsbereich für die kommenden Jahre festzulegen.