Jahresbericht 2007 |
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Präsidium und KommunikationIm Verlauf der letzten Jahre hat der SIG unbestreitbar an Gewicht und Prestige gewonnen. Allseits wird ihm mehr Durchsetzungskraft, eine breitere Basis an Aktivitäten, eine stärkere Präsenz in Politik und Medien und ein schärferes Profil attestiert. Die immerwährenden Fragen „Was macht eigentlich der SIG?“ oder gar „Was ist eigentlich der SIG?“ kursieren nicht mehr. Heute ist der SIG Bestandteil der Schweizer Politik- und Medienlandschaft, seine Meinung wird eingeholt, seine Stellungnahmen sind gefragt, seine Unterstützung wird gesucht. |
Prof. Dr. Alfred Donath |
Sein Präsident ist eine Person des öffentlichen Lebens geworden; dem SIG stehen die Türen auch der höchstrangigen Bundesbehörden offen, er trifft sich regelmässig mit den Führungsspitzen der politischen Parteien und zahlreichen Parlamentariern. Man sieht ihn häufig als Mitglied von Schweizer Delegationen bei europäischen Instanzen; er ist im Kreis der höchsten religiösen Autoritäten unseres Landes vertreten. Auf internationaler Ebene hat der SIG eine Zusammenarbeitsvereinbarung mit dem American Jewish Committee unterzeichnet, und sein Präsident wurde ins Vizepräsidium des European Jewish Congress berufen. Ein Blick nach innen Die Stärke einer Dachorganisation hängt, wie jene einer Kette, von der Stärke ihres schwächsten Gliedes ab, und viele Gemeinden sind heute mit ernsten Problemen konfrontiert, ganz speziell einige Einheitsgemeinden. Trotz der unbestrittenen Bemühungen, es allen recht zu machen, bieten sie oft ein bleiches, abgeschwächtes und unattraktives Judentum an. So sehen sie viele ihrer Mitglieder nach rechts oder links abwandern, wo zentrifugale Organisationen dem Judentum einen dynamischeren, lebendigeren und attraktiveren Auftritt verleihen, begleitet von einer verlockenderen, stärkeren Identifizierung. Dieses Phänomen hinterlässt Spuren, und eines Tages werden sich die Gemeinden und der SIG dieser neuen Gegebenheit stellen und versuchen müssen, sie eher zu integrieren als zu bekämpfen. Man hätte meinen können, dass sich die Juden der Schweiz nach dem Abschluss des Emanzipationskampfes und dem Erreichen einer harmonischen Integrierung in die gesellschaftliche Umgebung einer Phase der Ruhe und Ausgeglichenheit erfreuen würden. Welch eine Illusion! Sowohl von innen wie von aussen ist alles im Wandel begriffen. Die Gesellschaft ist in voller Entwicklung. Die jüdisch-christlichen Grundwerte, Basis unserer westlichen Zivilisation, werden attackiert und in Frage gestellt. Europa muss sich mit einer nie gesehenen Umwälzung auseinandersetzen: Wie soll man Millionen von Muslimen harmonisch integrieren, die hier mit anderen Wertvorstellungen, anderen Haltungen eintreffen, die nicht immer leicht zu verstehen und zu akzeptieren sind? Diese Integration erfolgreich zu bewältigen ist eine Herausforderung an alle Parteien, uns Juden mit eingeschlossen. Die Gefahr von innen ist aber nicht weniger gross: Während die vollbrachte Integration ein Glücksfall ist, führt die extrem vorangetriebene Assimilation zum Verschwinden. Der Verlust der jüdischen Identität und die Mischehen, vom SIG schon seit mehr als 50 Jahren thematisiert, unterminieren das jüdische Volk und nagen an ihm. Die Anzahl Juden verkleinert sich überall ausser in Deutschland, wo ihre Zunahme dank der russischen Einwanderung ein künstliches Phänomen ist, und in Israel, wo die Suche nach einem rechten und gerechten Frieden nur in kleinen Schritten vorangeht. Auf dem politischen Parkett Desgleichen ist der SIG immer und immer wieder bei Behörden und Regierungsstellen vorstellig geworden, wenn nach unserer Meinung Israel einseitig kritisiert oder mit anderen Massstäben gemessen wurde als andere Länder. Er hat seiner Missbilligung über die Unterstützung einer terroristischen Bewegung wie der Hamas Ausdruck gegeben, die unser Land in die gleiche heikle Situation bringt wie die EU und die Vereinigten Staaten. Ebenso hat der SIG unsere Regierung auf die antisemitischen Erklärungen der iranischen Regierung aufmerksam gemacht, welche auch die Schweizer Juden stark berührt haben. Er hat gegen die Durchführung einer Konferenz in Teheran, die unter Schweizer Beteiligung die Schoa verleugnete, protestiert und seiner Besorgnis darüber Ausdruck verliehen, dass sich Schweizer durch eine Flucht ins Ausland der Strafe entziehen konnten, zu der sie wegen Leugnung verurteilt worden waren. Schliesslich nahm der SIG mit Befriedigung und Erleichterung vom Beschluss des Bundesrats Kenntnis, den Artikel 261bis weder aufzuheben noch zu modifizieren. In religiösen Kreisen Am 8. Juli organisierte der SIG in Seelisberg eine Erinnerungsfeier an den 60. Jahrestag der Konferenz, die 1947 zum ersten Mal Juden, Katholiken und Protestanten vereinte. Bei dieser Gelegenheit wurde durch den SIG, den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund und die Schweizer Bischofskonferenz eine gemeinsame Erklärung zur Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Juden und Christen abgegeben. Der Genfer Professor Jean Halpérin, einer der Pioniere des interreligiösen Dialogs in der Schweiz, wurde geehrt. Überdies aber hielt Professor Lutz Ehrlich s.A., der andere Veteran des interreligiösen Dialogs, seinen letzten öffentlichen Vortrag. Die jährlichen Einladungen zur Teilnahme an den Synoden der evangelischen und katholischen Kirchen sowie zur Versammlung der „Jüdisch-christlichen Arbeitsgemeinschaft“ bieten dem Präsidenten des SIG jeweils die willkommene Gelegenheit, unseren christlichen Freunden aktuelle Themen näher zu bringen, die uns bewegen. Befreundete Organisationen Die Gesellschaft Schweiz-Israel feierte ihr 50-jähriges Bestehen. Der SIG schloss sich diesem Ereignis an, wobei er die wichtige Rolle betonte, welche die Gesellschaft in der schweizerischen politischen Landschaft innehat. Die Plattform der Liberalen Juden widerrief die 2004 mit dem SIG abgeschlossene Zusammenarbeitsvereinbarung. Dieses Thema wird jedoch bei einem nächsten Treffen der beiden Organisationen erneut aufgenommen. Missionen für die Schweiz Auf Anfrage der Eidgenössischen Departemente sowohl für äussere Angelegenheiten wie des Innern führte der SIG-Präsident ein Gespräch mit Botschafter Ömür Orhun, OSZE-Delegierter in der Schweiz, der sich über die Diskriminierung der Muslime informieren wollte. Dabei ergab sich auch die Gelegenheit, zu erwähnen, was der SIG auf diesem Gebiet an Aktivitäten unternimmt. Im Rahmen einer Einladung des EDA zu einem Treffen mit einer Delegation des Europarates, die sich über die Situation der Minderheiten in der Schweiz erkundigen wollte, unterstrich eine Delegation des SIG die Tatsache, dass sich die Juden der freien Ausübung ihrer Religion erfreuen, aber das Schächtverbot eine bedauerliche Diskriminierung bleibt. Als Leiter einer Delegation des SCR empfing der Präsident des SIG eine Anzahl Vertreter Chinas, die sich zur religiösen Situation in der Schweiz erkundigten. Indem er eine Parallele zwischen der Emanzipation der Juden und jener der Muslime herstellte, betonte er, dass die letzteren sich einem gewissen Widerstand ausgesetzt sehen, weil sie als Folge ihrer Ungeduld alles sofort haben wollen . Der Bundesrat bestätigte den Sitz, den der SIG in der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus seit deren Gründung innehat. Er ernannte Sabine Simkhovitch-Dreyfus als Ersatz für Thomas Lyssy, dessen Mandat ausläuft, zum Mitglied . Auf internationaler Ebene Am 12. April nahm der SIG in Kiew an einer Sitzung des „European Jewish Fund“ teil, dessen Mitglied er ist. Diese vom Russen Moshe Kantor gegründete und präsidierte Organisation vereinigt 28 europäische Länder in sich und verteilt wesentliche finanzielle Mittel an bedürftige Gemeinden vor allem in Osteuropa. Die Sturmwellen der Affäre Singer haben den Jüdischen Weltkongress (WJC) lange Zeit erschüttert. Trotz des auf ihn ausgeübten Druckes ist der SIG standhaft geblieben. In der Folge nahm der Generalstaatsanwalt des Staats New York die Sache an die Hand und erhob Strafanzeige gegen Israel Singer. Schliesslich waren Präsident Bronfman und sein Generalsekretär Steven Herbits gezwungen, ihn fallen zu lassen und zu demissionieren. Ronald Lauder trat die Nachfolge als Präsident an, und es ist ein glücklicher Umstand, dass nun Personen von makellosem Ruf die Verantwortung für die Organisation übernommen haben. Die Juden brauchen einen Jüdischen Weltkongress, dem moralisch nichts vorgeworfen werden kann. Der European Jewish Congress (EJC), der 42 Länder umfasst und 2,5 Millionen Juden vertritt, hielt am 22. Juni in Brüssel seine Generalversammlung ab. Moshe Kantor wurde als Präsident und Alfred Donath als Vizepräsident gewählt. Seit der Entstehung des EJC ist es erst das zweite Mal, dass ein Schweizer dieses Amt ausübt. Die Standhaftigkeit des SIG in der Affäre Singer erhält damit die gerechte Belohnung, und das traurige Kapitel rund um den WJC kann definitiv abgeschlossen werden. In unserer Organisation Die Delegiertenversammlung fand in Lausanne statt. Sie wurde durch die Ablehnung der Statutenrevision markiert, welche von der eigens zu diesem Zweck gegründeten Kommission vorgeschlagen und vom Centralcomité bestätigt worden war. Es war vor allem die geplante Erhöhung der Anzahl Delegierter der grossen Gemeinden, die eine starke Opposition hervorrief, sowohl in deren eigenen Reihen wie auch seitens der kleineren Gemeinden. Für die einen ging die Revision zu weit, für andere war sie nicht ausreichend. Berges du Léman Zum Abschied |
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Prävention und InformationDas Ressort hatte auch in diesem Jahr einen reichen Strauss an vielfältigen Aufgaben. Das Ressort, welches früher „Abwehr und Aufklärung“ benannt worden war, musste effektiv viel Arbeit in die Abwehr ungerechtfertiger Angriffe von Aussen auf und in der Aufklärung über die tatsächlichen Verhältnisse der jüdischen Gemeinschaft und ihrer Institutionen investieren. |
Dr. Josef Bollag |
Zusammenarbeit mit der Aktion Kinder des Holocaust (AKdH) Die Teilnahme von S. Althof an den ITF-Konferenzen (International Task Force for Holocaust Remembrance and Education), die letzte davon in Prag, erfolgte im Auftrag des SIG, wo Althof insbesondere in den Communication Working Groups eine vielbeachtete Rolle spielt. Die Leitung der ITF-Gruppe Schweiz ging von Botschafter A. Fasel, dem der SIG seinen herzlichen Dank für die umsichtige und wegweisende Arbeit hiermit aussprechen möchte, an Herrn Botschafter J. Pitteloud über. Die Vorbereitungen zur Euro 08 beinhalten auch, dass der SIG sich mit möglichen antisemitischen und rassistischen Ausschreitungen von Seiten der Hooligans befassen muss. Der SIG hat mit den entsprechenden Verantwortlichen der FIFA Kontakt aufgenommen, um in spezifischen Fragen eine Zusammenarbeit zur Prävention zu gewährleisten. Der antisemitische Vorfall im Zug von Basel nach Luzern wurde in vorbildlicher Weise durch die Gremien des FC Basel aufgearbeitet. Das in einer Arbeitsgruppe beschlossene vorbildliche Massnahmenpaket kann richtungweisend für die Euro 08 und alle Fussballverbände sein. Das Leitmotiv heisst „Hinschauen, statt Wegschauen“. Das von AKdH im Auftrag des SIG durchgeführte Monitoring der Printmedien auf eine Anzahl den SIG interessierende Themen hat bis heute zu einem Archiv mit annähernd 80'000 Datensätzen geführt. Diese Datenbank ist auch ein wichtiges Instrumentarium, nicht nur für die Aktualitäten, sondern auch zur Erkennung von längerfristigen Tendenzen. Die AKdH hat im Rahmen ihrer eigenen Aufgabenstellung viele Aktionen ausgelöst, so z. B. eine Strafanzeige nach StGB 261bis gegen die Wiederauflage eines Buches von Rudolf Steiner mit eindeutig antisemitischen Passagen, eine Strafanzeige gegen die Musikgruppe „Amok“, ein Mitglied des weltweiten Netzwerks „Blut und Ehre“, wegen Verbreitung von Rassismus und Antisemitismus durch Musik. Antisemitismus Die Brandstiftung gegen die Genfer Synagoge „Hechal Haness“ hat in der ganzen Schweiz zur grossen Empörung und zu Bekenntnissen der Solidarität mit den Betroffenen geführt. Bis heute ist noch nicht klar, ob die Urheberschaft nur aus rein antisemitischen Gründen die Tat verübt hat. Immerhin bleibt doch offensichtlich auffällig, dass eine Brandstiftung an einer Synagoge – wie auch im Vorjahr in Lugano – sich in erster Linie gegen die jüdische Gemeinschaft richtet und deshalb immer eine antisemitische Komponente einschliesst. Sicherheit Wir müssen mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln alles vorkehren, damit die Schweiz vor dieser Gefahr verschont bleibt. |
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Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Jugend Beziehungen zu den Gemeinden
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Verschiedene offizielle und inoffizielle Anfragen betrafen die spezifische Problematik der ganz kleinen Gemeinden. Gemeinsam ist ihnen die Sorge um die Zukunft, unterschiedlich jedoch die individuelle Problematik, welche insbesondere von den bestehenden Strukturen und Mitteln abhängt und desgleichen auch die Lösungsansätze. Der SIG kann dafür gewisse Anstösse geben, vermittelnd wirken oder zur Lösung spezifischer Probleme beitragen. Dafür und für andere Anfragen von Gemeinden steht die Ressortverantwortliche gerne zur Verfügung. Jugend Im März fand das Remember-Treffen in Baden statt, wo das Alpamare besucht wurde. Der Pfingstausflug führte dieses Jahr unter einer erfreulich grossen welschen Beteiligung nach München. Wie in den vergangenen Jahren schlossen sich auch dieses Jahr die Jungen aus den welschen Gemeinden dem gemeinsam von der CILV und der CIG geführten Sommermachane am Atlantik an. Ein gemeinsames Purimwochenende, Madrichim-Ausbildungen und andere Anlässe erleichterten die Integration der Kinder aus den kleinen Gemeinden, allen voran aus La Chaux-de-Fonds. Trotz getrennter Organisation des Wintermachanes durch Genf und Lausanne konnten auch da die Kinder aus den kleinen Gemeinden gut integriert werden. Den SIG-Jugendleitern Esther Senecky, Melanie Höchner und Jacob Bollag sei für ihren Einsatz gedankt, ebenso den Jugendleitern der CILV und der CIG, Eric Aziza und Linor Saphir, für ihre Zusammenarbeit mit dem SIG, und Annette Permann für die Übernahme der Sekretariats- und Verwaltungsarbeiten. Ausbildung Über das Lehrmittel (DVD und didaktisches Begleitheft) ÜberLebenErzählen – Holocaust-Überlebende in der Schweiz, welches der SIG 2007 im Pestalozzianum Verlag Zürich und im Verlag ies éditions Genf herausgegeben hat, wurde im vergangenen Jahresbericht ausführlich berichtet. Die Publikation erhielt in der Fachpresse ein positives Echo und die Hälfte der ersten Auflage von 1000 Exemplaren ist bereits verkauft worden. In Zusammenarbeit mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland wurde die Vorbereitung eines Lehrmittels für den jüdischen Religionsunterricht zum Thema Jüdische Philosophie und Ethik mit speziellem Fokus auf aktuelle Fragen aufgenommen. Das geplante Lehrmittel soll Jugendliche intellektuell auf die Herausforderung vorbereiten, eine jüdische Identität für sich in einem säkularen Umfeld zu definieren. Das Lehrmittel wird voraussichtlich Mitte 2009 fertig gestellt sein. Am 14. Januar 2007 fand in Zürich die jährliche Weiterbildungstagung statt, an der 25 ReligionslehrerInnen aus den SIG-Einheitsgemeinden teilnahmen. Unter der Leitung von Rabbiner Dr. Howard Deitcher widmete sie sich den Themen „Theologische Fragen mit Kindern diskutieren“ und „Tora mit Midrasch unterrichten“. Der SIG hat bei Religionslehrern eine Umfrage zu „Jeled“ durchgeführt, um so den Bedürfnissen der Benutzer besser Rechnung tragen zu können. Auch zu jeled.net erwarten wir gerne Feedback von den BenutzerInnen. Dieses nehmen wir auf edu@swissjews.org entgegen. Eva Pruschy hat die Projekte im Bereich der Ausbildung auch in diesem Jahr geleitet und entscheidend mitgeprägt, wofür ihr unser Dank gebührt. Steueraspekte |
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Religiöse Angelegenheiten Koscherfleischversorgung und Schächtverbot |
Dr. Rolf Halonbrenner |
Zwei bei der Versteigerung leer ausgegangene Importeure beschritten den Rechtsweg bis vor das Bundesgericht. Dieses befand in seinem kurz vor dem Jahresende gefällten Urteil, dass es der jüdischen Glaubensgemeinschaft nicht zuzumuten sei, Koscherfleisch zum prohibitiven Ausserkontingentszollansatz einführen zu müssen. Vielmehr habe die jüdische Bevölkerung Anspruch darauf, dass das zur Deckung des Bedarfs benötigte Koscherfleisch, abgesehen vom Kontingentszollansatz, nicht durch zusätzliche Zollabgaben verteuert werde. Obschon an dem für uns nicht befriedigenden System der Versteigerung der Importkontingente für Koscherfleisch festgehalten wird, befand das Bundesgericht, dass das Bundesamt für Landwirtschaft hätte dazu beitragen müssen, den Versorgungsengpass zu beseitigen und dass die Behörden in einem solchen Fall eine akzeptable Lösung finden müssen. Interessengemeinschaft für Koscher-Lebensmittel (IGfKL) Beziehungen zu anderen Stellen Es muss leider festgestellt werden, dass bei einem Teil der Öffentlichkeit das Verständnis für die besonderen Erfordernisse der jüdischen Mitbürger bei der Einhaltung der Schabbat-Vorschriften fehlt. Diese Stellen sind sich vielfach nicht bewusst, dass damit das von der Verfassung garantierte Grundrecht auf freie Glaubensausübung tangiert wird. Friedhof Davos und Gedenkstätte Zwingen Ausblick Leider werden jüdischen Schülern und Studenten sowie Dienstpflichtigen immer wieder Schwierigkeiten gemacht, die Schabbat-Vorschriften zu beachten. Wir schreiben dies dem mangelnden Verständnis der zuständigen Organe für die besonderen Erfordernisse bei der Einhaltung der Schabbat-Vorschriften zu. Auf diesem Sektor muss die Aufklärungsarbeit intensiviert werden. |
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KulturDas Kulturressort hat sich auch dieses Jahr damit befasst, die Geschichte und Kultur der schweizerischen jüdischen Gemeinden zu erfassen und einer breiten Bevölkerung zugänglich zu machen. Dabei konnten weitere Fortschritte erreicht werden und folgende Projekte wurden realisiert und in Angriff genommen. |
Gabrielle Rosenstein |
Schriftenreihe des SIG – Beiträge zur Geschichte und Kultur der Juden in der Schweiz
Ankündigung: 2008 wird der Bildband „Synagogen der Schweiz“, Ron Epstein, erscheinen. Bildarchiv Schweizer Juden Kontakte nach aussen Europäischer Tag der jüdischen Kultur Finanzielle Unterstützungen Veranstaltungen:
Publikationen:
Film
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FinanzenSie finden in der Jahresrechnung 2007 neben den üblichen Zahlen einerseits eine kurze, übersichtliche Zusammenfassung der Erfolgsrechung 2007 sowie andererseits eine Fortschreibung des Kapitals SIGinkl. Schenkung Dr. h.c. Emile Dreyfus - sie ist nicht zweckgebunden und ist ein Teil des SIG-Vermögens - welche auch die unrealisierten Kursgewinne beinhaltet. . |
Daniel A. Rothschild |
Im Berichtsjahr 2007 schloss die Rechnung des SIG mit einem Gewinn von CHF 177'564.46 ab. Das Kapital des SIG betrug Ende 2007 CHF 12'063’277 (CHF 12'227.941 Ende 2006). Das im Vergleich zum Budget wesentlich verbesserte Resultat ist auf realisierte Kursgewinne und auf zusätzliche Subventionseinnahmen, die dank des Einsatzes der Geschäftsleitung erzielt werden konnten, zurückzuführen. Das Budgetdefizit für 2008 konnte wiederum gesenkt werde und beträgt noch CHF 91'500. Die Geschäftsleitung wird sich weiter bemühen, Ausgaben und Einnahmen in ein noch besseres Gleichgewicht zu bekommen, ohne für den SIG wesentliche Aufgaben vernachlässigen zu müssen. Frau Barbara Witztum, der umsichtigen Buchhalterin des SIG, sei an dieser Stelle recht herzlich für ihre zuverlässige Buchführung gedankt. |
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CentralcomitéIm Jahre 2007 führte das Centralcomité (CC), nicht wie gewohnt vier, sondern fünf Sitzungen durch. Die zusätzliche Sitzung war ausschliesslich einem der beiden Hauptthemen des Jahres gewidmet, nämlich der partiellen Statutenrevision. Nach langen Überlegungen, umfangreicher Arbeit der gemeinsamen Statutenrevisionskommission des CC und der Geschäftsleitung (GL) und nach mehreren ordentlichen und ausserordentlichen Sitzungen konnte sich das CC für eine partielle Statutenrevision zuhanden der Delegiertenversammlung (DV) 2007 durchringen. Die drei Hauptstossrichtungen der vorgeschlagenen Statutenrevision waren: |
Dr. David Jeselsohn |
Trotz der vielen Arbeit und der lobenswerten Bereitschaft der CC-Mitglieder, auf Kompromisse einzugehen, und obwohl an der DV die Mehrheit der Delegierten und der Gemeinden sich für eine Statutenrevision entschied, scheiterte der Vorschlag an der für Statutenrevisionen nötigen Zweidrittel-Mehrheit. Der Statutenrevisionskommission, vor allem ihrem unermüdlichen Präsidenten, Pierre Ezri, sei auch an dieser Stelle nochmals für ihre enorme Arbeit gedankt. Das zweite Hauptthema ergab sich im Zusammenhang mit einem lange gehegten Wunsch, nämlich der Steuerbefreiung des SIG. Die Zürcher Kantonalen Steuerbehörden stimmten der Steuerbefreiung des SIG wegen Verfolgung von Kultuszwecken zu und verpflichtete die GL, die in einem solchen Fall nötigen standardisierten formellen Anpassungen der Statuten und eines Reglements in die Wege zu leiten. Diese wurden vom CC gutgeheissen und müssen an der kommenden DV 2008 genehmigt werden. Diese Steuerbefreiung ist vor allem angesichts des geplanten Verkaufs der Liegenschaft Les Berges du Léman wichtig (die Befreiung von der Grundstückgewinnsteuer im Kanton Waadt steht noch aus). Herzlicher Dank gebührt GL-Mitglied Sabine Simkhovitch-Dreyfus. Ihrer Beharrlichkeit und Ausdauer ist diese Steuerbefreiung zu verdanken. An der DV 2007 verabschiedeten wir uns vom Vertreter der IRGZ Schaje Leiner, der dem CC während neun Jahren angehörte. Seine ruhige und besonnene Stimme war an den CC-Sitzungen immer geschätzt und wir danken ihm für seine Arbeit. Statt ihm wurde an der DV 2007 Nosson Zwi Rothschild gewählt. Im Grossen und Ganzen wurden die Sitzungen des CC und seiner Kommissionen effizient, ruhig und in guter Atmosphäre geführt, auch wenn nicht selten diametral entgegen gesetzte Anschauungen vertreten waren. Es sei hier allen CC-Mitgliedern, besonders den Kollegen im CC-Büro für ihre Mitarbeit und Unterstützung gedankt, wie auch dem Generalsekretär und dem Sekretariat für die gute und angenehme Zusammenarbeit. Der Generalsekretär, Dennis L. Rhein, musste gesundheitshalber leider seine Arbeit für den SIG aufgeben. Für seine hingebungsvolle Arbeit sind wir ihm zu Dank verpflichtet und wünschen ihm gute Besserung und alles Gute für die Zukunft. Ebenfalls sei besonders Dr. Rolf Halonbrenner für seinen grossen ehrenamtlichen Einsatz wie auch allen GL-Mitgliedern und Darina Langer mit dem ganzen Sekretariat gedankt, die die durch den Ausfall des Generalsekretärs erfolgte Mehrarbeit mit Bravour erledigten. |
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Jahresbericht des VSJF VSJF-Vorstand Danken möchte ich an dieser Stelle allen Vorstandsmitgliedern, die seit Jahren ihre Zeit und ihr Können zum Wohle des VSJF einsetzen, speziell unserem verdienten Quästor, Peter Neuhaus, und unserem Juristen, Herbert Winter, der für den VSJF zusätzliche Stunden aufgewendet hat. |
Doris Krauthammer |
Administration Unser langjähriger Projektleiter, Herr Guy Bollag, beendete Ende August seine Mitwirkung, um sich einer neuen Aufgabe zu widmen. Als unser Vorstandsmitglied in der Schweizerischen Flüchtlingshilfe wie auch bei der Umsetzung unserer Projekte hat er sich voll für den VSJF engagiert. Wir sind dankbar, mit Frau Felice Dreyfuss eine kompetente Mitarbeiterin gefunden zu haben. Sie ist für das Sekretariat wie auch für zusätzliche Bereiche verantwortlich und hat sich in kürzester Zeit im Asylbereich sehr gut eingearbeitet. Wir danken unserem motivierten Team, das sich vorbildlich um das Wohl unserer Schützlinge kümmert. Fürsorge und Soziales Integration Dank der dreimal wöchentlich durchgeführten Aufgabenhilfekönnen wir Migrantenkindern, die von zu Hause nicht die benötigte Unterstützung erhalten, dabei helfen, dem hohen schulischen Standard in der Schweiz zu genügen. Unseren Beitrag an die Integration sehen wir als eine äusserst wichtige Aufgabe. Das Seniorentreffen, das jeweils am Sonntag im schönen Foyer des Dr. Georg Guggenheim-Hauses stattfindet, erfreut sich grosser Beliebtheit. Es wird voll von der Dr. h.c. Emile Dreyfus-Stiftung, der wir zu grossem Dank verpflichtet sind, finanziert. Die Zusammenkünfte werden rege besucht; für viele Teilnehmer sind diese Sonntage ein wichtiger Bestandteil ihrer Lebensführung. Armutsstudie Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH Asylbereich - Hilfswerkvertretung Bedürftige Holocaustüberlebende in der Schweiz Archiv für Zeitgeschichte Empfangsstellen für Asylsuchende Ausblick Die in Arbeit befindliche Studie über die jüdische Armut wird, so hoffen wir, Wege aufzeigen, wie der zunehmenden Bedürftigkeit noch effizienter begegnet werden kann. Ein Projekt für die Aufnahme von jüdischen Flüchtlingen bei einer eventuellen Flüchtlingswelle werden wir erarbeiten. Im Februar 2008 begibt sich der VSJF-Vorstand in eine Klausur, um die Prioritäten im Fürsorge-, Flüchtlings- und im Integrationsbereich für die kommenden Jahre festzulegen. |
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